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Beantragte Windkraftanlagen bei Müschede

Nachfoldend ein Leserbrief von Josef Reichenbruch aus Müschede zu den gepanten Windenergieanlagen zwischen Müschede und Wennigloh:

Vorab möchte ich betonen, dass ich die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien einschließlich Windkraft befürworte, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Aktuell existiert eine Empfehlung der NRW Landesregierung von 1500m Mindestabstand von Windrädern zur Wohnbebauung.

Die gewählten Standorte der Windkraftanlagen betragen zu den beiden Ortschaften Müschede und Wennigloh weit unter 1000m.  Die Müscheder Anlagen WEA1 und auch WEA2 haben einen Abstand von 585 bzw. ca. 685m zur ersten örtlichen Wohnbebauung.

Ich erwarte bei Realisierung mit diesen Abständen erhebliche Beeinträchtigungen durch die optisch bedrängende Wirkung der bis zu 500 m über NN hoch stehenden Anlagen, Schlaggeräusche der riesigen Windradrotoren, Schattenwurf, Infraschall und natürlich auch eine große Gefährdung für die vorhandene Vogelwelt, zumal sämtliche Anlagen sich im Landschaftsschutzgebiet Arnsberg und die zwei  Müscheder Windräder sich auch noch  unmittelbar in der Nähe des Naturschutzgebietes „Wicheler Heide“ befinden, das gerade mit großem Aufwand vom NABU hergerichtet wird.    

Daraus resultierend befürchte ich insbesondere gesundheitliche Schäden, eine sinkende Lebensqualität, eine starke Beeinträchtigung der Vogelwelt/Habitate und im Weiteren auch Immobilienwertverluste.

Die Betreiber beteuern auf Ihrer Webseite www.buergerwind-arnsberg.de, dass Sie trotz aller Bemühungen keine geeigneten Standorte mit einem wünschenswerten Abstand von mindestens 1000m zur örtlichen Wohnbebauung finden konnten.  Ich hingegen vermute, dass die nun beantragten Standorte von Beginn an präferiert waren, denn diese liegen allesamt im Grundstückseigentum der Gesellschafter der Windkraft-Wicheln-Wennigloh GmbH & Co.KG. Wurde wirklich alles versucht den wünschenswerten Mindestabstand von 1000m Abstand zu erreichen oder gehen alternative Standorte viel zu stark zu Lasten des Profits der Gesellschaft?

Die aktuell nicht vorhandene gesetzliche Regelung im Land NRW macht derzeit eine Genehmigung auch unter 1000m möglich. Seit dem 14.08.20 ist allerdings in Abstimmung mit der Bundesregierung die Länderöffnungsklausel zum Baugesetzbuch in Kraft getreten, die es dem Land NRW nun ermöglicht einen Mindestabstand von 1000m gesetzlich festzuschreiben. Wird das Projekt nun mit Vehemenz von der Gesellschaft vorangetrieben in Sorge schon bald keine Genehmigung mehr für die präferierten Standorte/Grundstücke im Gesellschaftsbesitz zu bekommen, weil der gesetzlich vorgeschriebene Abstand dann 1000m sein könnte? Sind dann nur die Anwohner die Leidtragenden, die mit den erheblichen Beeinträchtigungen eines viel zu geringen Abstandes über viele, viele Jahre zu leben haben?

Josef Reichenbruch

Ende des Leserbriefes

Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung sind die sehr umfangreichen Antragsunterlagen beim Hochsauerlandkreis hier einsehbar. Das folgende Bild entstammt diesen Unterlagen und visialisiert die WEA 2 – 4, die am dichtesten an Müschede liegende WEA 1 ist hier leider nicht zu sehen und wird gesondert dargestellt (die roten Bezeichnungen wurden von uns unzugefügt). Wir werden in Kürze ausführlich über das Vorhaben und Verfahren berichten.

Visualisierung WEA 3 - 4
Visiualisierung WEA 2-4, für Großansicht bitte auf Bild klicken

Nicht eigene Bildquellen: