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Corona-Statistiken HSK

Auf dieser Seite findet Ihr täglich aktualisierte Informationen zum Thema Corona im Hochsauerlandkreis. Neben den Screenshots der Dashboards vom Robert Koch-Institut und der Johns Hopkins University erfasse ich die täglichen Zahlen des Gesundheitsamtes tabellarisch und berechne daraus einige zusätzliche Kennzahlen. Die Ergebnisse sind in den beiden folgenden Grafiken zu sehen.

Quelle: Hochsauerlandkreis (25.05.) – eigene Berechung

Der Hochsauerlandkreis veröffentlicht täglich am frühen Nachmittag die Fallzahlen zum Corona-Virus, ab dem 1. April auch die Gesamtzahl der Infizierungen, so dass man sich diese nicht mehr aus den Erkrankten, Genesenen und Verstorbenen errechnen muss. Weiter nicht genannt wird die Zahl der Neuinfizierten- und genesenen pro Tag, die sind aber aus unserer folgenden Tabelle ablesbar.

Quelle: Hochsauerlandkreis (25.05.) – eigene Berechung

Auf den Seiten der Behörden im HSK gibt es leider keine Veröffentlichungen, die Zeitreihen und Kennziffern enthalten. Vieles kann man über das Dashboard des RKI erfahren, leider nicht ganz so aktuell und auch nicht vollständig, so werden Genesene nur geschätzt und stationär Behandelte hier garnicht genannt. Unsere Grafiken sollen die Entwicklung auch für den Laien möglichst aktuell, transparent und vergleichbar darstellen. Die Entwicklung in den vergangenen Wochen ist insgesamt sehr positiv, wenngleich 17 Verstorbene zu beklagen sind.

In der Diskussion um Erleichterungen und die Aufhebung von Corona bedingten Einschränkungen war zunächst der Verdopplungszeitraum als Kriterium propagiert worden. Als Basis müssten eigentlich alle Infizierten dienen, doch im Moment greifbar sind bekanntlich nur die durch Tests bestätigten Fälle. Und dann kommt es darauf an, auf welchen Zeitraum sich die Berechnung bezieht. Da es auf Tageswerten zu erheblichen Schwankungen kommen würde, wird häufig ein Durchschnittwert der Neuinfektionen der letzten n Tage ermittelt und in Verhältnis zur aktuellen Infiziertenzahl gesetzt. Je größer das n gewählt wird, um so mehr werden Schwankungen geglättet, allerdings auch Trends weniger schnell ablesbar. In der folgenden Grafik wurde der Durchschnitt von 5 Tagen gerechnet, die grüne Trendlinie stellt den gleitenden Mittelwert auf Basis von 1 Woche dar.

Durch die Glättung bleibt unsere Berechnung immer hinter dem tagesaktuellen Wert zurück. Die Trendlinie wird vom Grafikprogramm selbst automatisch errechnet. Beachtet bitte, dass dieses ein korrektes, aber sehr simples Verfahren ist, offizielle Stellen rechnen sicherlich mit weit komplexeren Algorithmen.

Quelle: Hochsauerlandkreis (25.05.) – eigene Berechung

Wie man an der Kurve sehen kann, ist der Verdoppelungszeitraum inzwischen erfreulicherweise bei über 1.000 Tagen angelangt und somit wohl nur noch beschränkt für Steuerung auf Sicht geeignet. Der dazu inzwischen genutzte R-Wert scheint teilweise eine Art „Wundertüte“ zu sein und es gibt keine klaren Aussagen der RKI zu seiner Berechung, so dass wir ihn hier leider nicht für den Hochsauerlandkreis ermitteln können. Das „R“ steht dabei für Reproduktionszahl, dieses sagt aus, wie viele weitere Personen eine Infizierter statistisch ansteckt. Der Wert sollte also unter 1 sein, dann würde der Virus sich in Summe nicht weiter ausbreiten.

Ab dem 3. April wird der Hochsauerlandkreis freitags auch die aktuellen Zahlen der Erkrankten in den Städten und Gemeinden vermelden.

Quelle: Hochsauerlandkreis (15.05.) – eigene Berechung

Aus diesen Zahlen lässt sich ähnlich der Inzidenz (betrifft infizierte Personen) auch das Verhältniss der Erkrankten je 100Tsd Einwohnern auf Ebene der gemeldeten Städte/Gemeinden, auch im Vergleich zu NRW und Deutschland, ableiten.

Quelle: HSK, Land NRW, BMG (15.05.) – eigene Berechung
Offizielle Zahlen des Robert Koch-Institutes für den HSK (Stand 25.05. 00:00 Uhr)

In den Statistiken der RKI haben wir im Hochsauerlandkreis erfreulicherweise inzwischen die Top-Ten bei der Inzidenz und der Top-Twenty bei den Infektionen in NRW verlassen.

In den Medien ist wiederholt eine Diskussion um die „Zahlenhoheit“ bzw. Aktualität der publizierten Corona-Fälle entstanden. Auffallend ist, dass das federführende und die Bundesregierung beratende Robert Koch-Institut (RKI) Zahlen veröffentlicht, die teils deutlich von den Meldungen auf den Internetseiten der Kreise bzw. Bundesländer abweichen.

Dazu die folgende Information des RKI zum Meldeverfahren: Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat.

Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Der genaue Infektionszeitpunkt der gemeldeten Fälle kann in aller Regel nicht ermittelt werden. Das Meldedatum an das Gesundheitsamt spiegelt daher am besten den Zeitpunkt der Feststellung der Infektion (Diagnosedatum) und damit das aktuelle Infektionsgeschehen wider. Durch den Meldeverzug sind die Daten die letzten Tage in der Grafik noch unvollständig und füllen sich mit den in den kommenden Tagen nachfolgend übermittelten Daten auf.  Aus dem Verlauf der übermittelten Daten allein lässt sich daher kein Trend zu den aktuell erfolgten Neuinfektionen ablesen. Soweit das Robert Koch-Institut.

Warum die Gesundheitsämter teilweise so stark hinterherhinken dürfte 2 wesentliche Gründe haben. Zum einen ist es sicherlich die schiere Anzahl der Fälle, die mit einem begrenzten Personal bearbeitet werden müssen. Zum anderen umfasst die Meldung an das RKI wesentlich mehr Daten auf Basis des einzelnen Infizierten, während in den Pressemitteilungen „nur“ 2 bis 3 Gesamtzahlen für einen Tag veröffentlicht werden. In Summe führt dieses Meldeverfahrens dann auch zu den teilweise deutlichen Differenzen, die regelmäßig zwischen den Zahlen des RKI und der international federführenden Johns Hopkins University für ganz Deutschland liegen, da man sich dort i. W. der im Internet auf verschiedenen Plattformen verfügbaren Zahlen bedient und diese fortlaufend aktualisiert, während das RKI 00:00 Uhr als fixen Erhebungszeitpunkt verwendet.

Die Zahlen der Johns Hopkins University für Deutschland (Stand 25.05. 10:32 Uhr)