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Fluch der guten Tat

Noch heute hat Prof. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Institutes, in seiner Pressekonferenz (anzusehen bei Youtube) darauf hingewiesen, wie wichtig die eingeschlagene, auf 3 Säulen beruhende Strategie, zur Bewältigung der Corona-Krise ist, dieses sind:

  • Verlangsamung der Ausbreitung des Virus
  • Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen
  • Ausbau der medizinischen Kapazitiäten

Wie heute in einem Bericht der WR zu lesen ist, hat das Klinikum Hochsauerland zum letzten Punkt ganze Arbeit geleistet und hält aktuell am Marienhospital in Arnsberg 101 Betten, davon 14 Betten auf der Infektionsstation, 23 Intensivbetten und 64 Normalstationsbetten für Patienten mit SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19-Erkrankungen vor. Gleichzeitig wird täglich eine Corona-Ambulanz in Verbindung mit einer extrem stark frequentierten Telefon-Hotline für Information und Diagnostik betrieben. Diese Struktur steht nach Angaben des Klinikums seit letztem Donnerstag vollumfänglich zur Verfügung und wird bereits genutzt.

Nach dem am Wochenende vorgelegten Gesetzesentwurf des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn sei die Refinanzierung der neu errichteten 16 Intensivbetten Betten aufgrund eines nunmehr abverlangten und den vorher nicht bekannten Planungsverfahrens in Frage gestellt. Allein zu diesem Punkt habe man bereits im Vertrauen auf die politischen Zusagen und im Angesicht der dramatischen Corona-Fallzahlentwicklung in NRW ca. 1,4 Millionen Euro verausgabt, so dass Klinikum Hochsauerland.

Als Außenstehender kann man da, auch ohne weitere Detailkenntnisse, nur den Kopf schütteln. Auf der einen Seite überbieten sich Fachleute und insbesondere politisch Verantwortliche mit „Horrorszenarien“, die sich bald auch in unseren Krankenhäusern abspielen könnten, und die gleichen Damen und Herren in Berlin und Düsseldorf versprechen gleichzeitig Rettungsschirme und Finanzhilfen in unbegrenztem Umfang, um die sicherlich schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzumildern.

Zum einen ist ja endlich mal eine beruhigende Nachricht, dass bei uns vor Ort schon so viele Betten bereitstehen. Und selbst wenn Teile der Betten über die ganze Krise hinweg leer stehen sollten, was uns auch froh stimmen sollte, wird das sicher keiner von uns als Fehlplanung anprangern. Hier werden unsere Steuergelder nicht leichtsinnig oder gar sinnlos verschwendet, sondern so gut wie selten zuvor investiert!

Und wenn man die Berichte aus anderen Regionen und das Elend bei europäischen Nachbarn sieht, braucht man nicht viel Fantasie, was man mit diesen Betten sonst noch Gutes tun könnte. Und zum Schluß wieder der Hinweis, dass dieses alles wieder nur meine persönliche Meinung widerspiegelt, bleibt tapfer und gesund!