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Sauerland als schützenfestfreie Zone

Was viele sicher schon befürchtet hatten, ist seit den politischen Beschlüssen der letzten Woche auch für die Schützen im Sauerland traurige Gewissheit, die Schützenfest Saison 2020 fällt aufgrund der Carona-Pandemie wohl komplett aus. Es gibt u. W. bisher zwar keine grundsätzliche Aussage der beiden Dachverbände (Sauerländer Schützenbund und Bund der historischen Schützen), aber eine täglich steigende Anzahl von Absagen durch die lokalen Bruderschaften und Vereine im Schützenwesen.

Im Stadtgebiet von Arnsberg sind lt. Presseveröffentlichungen bisher die Feste in Alt-Arnsberg, Bruchhausen, Hüsten, Müschede, Neheim (Jägerfest) und Niedereimer offiziell und ersatzlos abgesagt und die Absagen der übrigen Feste können wohl nur noch eine Frage von Tagen sein. Ebenfalls ausfallen wird das Kreisschützenfest, das für September in Herdringen geplant war.

Trotz der Beliebtheit der Schützenfeste bei den Sauerländern dürften viele durchaus Verständnis für die Absagen haben und sich dann um so mehr auf das nächste Fest, hoffentlich in 2021 zu freuen. Doch bei Schützen- und Volksfesten geht es nicht nur ums feiern, sondern für nicht wenige auch ums Geldverdienen. In erster Linie natürlich bei den ausrichtenden Vereinen, denen die Festeinnahmen und Bierumsätze verloren gehen, letztere haben Bedeutung für die Konditionen mit den Brauereien. Den Vereinen mit eigenen Schützenhallen bricht zusätzlich seit Wochen das Vermietungsgeschäft weg, da auch Veranstaltungen anderer Vereine (in Müschede z. B. das Frühjahrskonzert und der Trödelmarkt) oder private Feiern dort nicht stattfinden dürfen.

Es trifft aber nicht nur die Ausrichter selber, sondern auch eine lange Liste weiterer, die zu einem gelungenem Fest beitragen und dabei für sich selber wichtige Einnahmen generieren. Das geht von den Brauereien über den Getränkeverleger bis zur Zapfmannschaft, vom Catering-Unternehmen über den Zeltverleiher bis zum Schausteller, vom Musikverein und Spielmannszug über die Unterhaltungsband bis zur Veranstaltungstechnik und auch Modegeschäften droht ein Jahr ohne Umsätze im Bereich der Königinnen- und Hofstaatkleider.

Wie die Staatskanzlei am 8. April mitteilte, stellt die Landesregierung NRW weitere Hilfen für Sportvereine in Höhe von zehn Millionen Euro aus dem Rettungsschirm bereit. „Wir lassen unsere Sportvereine nicht im Stich. Die neuen finanziellen Mittel helfen, existenzielle Nöte abzuwenden und die wichtige Arbeit vor Ort über die Krise hinaus zu sichern“, sagte die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz.

Damit sollte berechtigte Hoffnung bestehen, dass auch andere gemeinnützige Vereine und ihre Ehrenämtler vom Land nicht im Regen stehen gelassen werden. Hier sind jetzt sicherlich die jeweiligen Landesverbände gefragt, in Düsseldorf entsprechende „Lobyarbeit“ zu leisten und mit Nachdruck auf die berechtigten Sorgen und Nöte in ihren Mitgliedsvereinen hinzuweisen und auf ähnliche Hilfen hinzuwirken.